Die Bordkasse während Segeltörns

So sich üblicherweise alle Mitsegelnden die Nebenkosten eines Segeltörns teilen, wird unterwegs eine Bordkasse geführt. Dazu werden Ausgaben wie

  • Einkäufe von Lebensmitteln und Getränken zur Bordverpflegung,
  • Hafen- / Bojen-Gebühren zur Übernachtung,
  • Restaurantbesuchen an Land, sowie
  • die traditionell übliche Verpflegung der Schiffsführung

erfasst und entsprechend geteilt.

Früher Listen, heute APPs

Bis vor einigen Jahren waren dazu noch meist handgeschriebene Listen und so manche Zeit zur korrekten Berechnung und anschließenden Kostenverteilung erforderlich. Heute übernehmen zahlreiche APPs diese Aufgaben – und lösen sie mehr oder weniger komfortabel.

Während meiner Segeltörns ist es mir besonders wichtig

  • alle Ausgaben jederzeit völlig transparent allen Mitsegelnden zur Verfügung stellen zu können,
  • alle Belege möglichst einfach zu erfassen,
  • Gewichtungen vorzunehmen, so z.B. nur vier von sechs Mitsegelnden an einem Abendessen an Land teilnahmen, oder Crew-Mitglieder völlig auf alkoholische Getränke an Bord verzichten.

Meine Wahl dazu: Cashinator

So manche APP habe ich dazu während der vergangenen Jahre ausprobiert – mir persönlich gefällt dazu mittlerweile „Cashinator“ am besten. Ebenso meinen Mitsegelnden, da sich am Ende alle Zahlungen (ob per Bar-Einlage in die Bordkasse, unterwegs persönlich in bar oder per Karte bezahlt) sekundenschnell in nur vier Ausgleichszahlungen unter den Mitsegelnden erledigen lassen. Kategorisierte Zuordnungen (Bordverpflegung, Einkäufe, Hafengelder, etc.) sowie per Handy-Foto dokumentierte Belege inklusive.

Was sagt der Entwickler dazu

Daniel Mikus

Daniel Mikus, Gründer und Entwickler der Cashinator-App, stellte sich kürzlich meinen Fragen:

Markus Witkowski: Interessant zu wissen: wird es künftig auch eine offline-Synchronisation in Gebieten ohne GSM-Abdeckung geben?

Daniel Mikus: Cashinator funktioniert bereits heute vollständig offline. Alle Ausgaben können auch ohne Internetverbindung erfasst und bearbeitet werden. Sobald wieder eine Internetverbindung besteht, werden die Daten automatisch synchronisiert.

Wie beschreibst du die Vorteile von Cashinator?

Ich entwickle Cashinator inzwischen seit einigen Jahren mit dem Ziel, dass sich Reisegruppen auf ihren Urlaub konzentrieren können – und nicht auf die Abrechnung. Ursprünglich habe ich die App für mich und meinen Freundeskreis entwickelt. Deshalb treffe ich bis heute viele Entscheidungen bewusst aus der Perspektive der Nutzer – nämlich so, wie ich mir selbst eine solche App wünschen und auch gerne nutzen würde.

Besonders wichtig war mir von Anfang an, die Einstiegshürde so gering wie möglich zu halten: es gibt keine Registrierung, keinen Account und es wird nicht einmal eine E-Mail-Adresse benötigt. Die erste Reise kann zeitlich unbegrenzt und mit allen Funktionen kostenlos genutzt werden – ganz ohne Werbung oder versteckte Einschränkungen.

Ebenso bewusst habe ich mich gegen ein Abomodell entschieden. Stattdessen wird lediglich für weitere Reisen ein kleiner Einmalbetrag fällig. Dabei versetze ich mich gerne in die Rolle der Nutzer: ich selbst mag keine Apps, für die ich jeden Monat bezahle, obwohl ich sie vielleicht nur ein- oder zweimal im Jahr nutze.

Auch lege ich Wert auf die Einfachheit der Bedienung. Trotz der inzwischen sehr hohen Komplexität und Funktionsvielfalt bleibt diese im Hintergrund verborgen und erschlägt vor allem neue Nutzerinnen und Nutzer nicht mit unzähligen Buttons, Auswahlmöglichkeiten oder Texten. Wenn man eine Funktion sucht, wird man sie (hoffentlich) finden, wenn man sie dagegen nicht sucht, wird man damit auch nicht unnötig konfrontiert. Cashinator fragt nur dann nach, wenn eine Entscheidung wirklich notwendig ist – beispielsweise: „Handelt es sich um eine Geldübergabe oder um eine reguläre Ausgabe?“ So muss der Nutzer nicht erst lange Hilfetexte lesen oder Einstellungen verstehen, bevor er seine erste Ausgabe erfassen kann.

Wie viele nutzen bereits Cashinator?

Cashinator wird derzeit von mehreren tausend Reisenden täglich und weltweit auf Reisen aktiv genutzt. Seit der ersten Veröffentlichung wurden bereits über 5 Millionen Ausgaben mit der App erfasst. Am meisten freut mich jedoch, dass viele Nutzer Cashinator innerhalb ihrer Reisegruppen weiterempfehlen und die App anschließend auch auf ihren nächsten Reisen wieder gemeinsam nutzen. Für mich ist diese persönliche Empfehlung das schönste Kompliment.

Können sich Nutzer mit ihren Erfahrungen einbringen – und wir geht ihr damit um?

Ein großer Teil der heutigen Funktionen ist direkt aus dem Feedback der Nutzer entstanden. Ich bekomme regelmäßig E-Mails mit Ideen, Verbesserungsvorschlägen oder Erfahrungsberichten und lese tatsächlich jede einzelne. Natürlich lässt sich nicht jeder Wunsch umsetzen, aber viele Funktionen der letzten Jahre wären ohne diese Rückmeldungen gar nicht entstanden.

Grundsätzlich geht keine Anfrage verloren und ich versuche, jede E-Mail persönlich zu beantworten. Die Feature-Anfragen landen in einem Ticketsystem, werden regelmäßig nach Anzahl der Anfragen, Entwicklungsaufwand, Nutzen und Passgenauigkeit zur App priorisiert. Letzteres ist wichtig, damit Cashinator seinem ursprünglichen Konzept treu bleibt. Der ursprüngliche Titel „Cashinator – Die Reisekasse für Freunde“ beschreibt bis heute den Kerngedanken der App. Damit entwickelt sie sich bewusst nicht zu einem komplexen Onlinebanking-System mit überladenem Funktionsumfang.

Das Interview wurde online am 26. Juni 2026 geführt. Mehr zu Cashinator:

https://www.cashinator.de